Rezension “Zimmer ohne Aussicht”

Zimmer ohne Aussicht, Emons, 2009 | 285 Seiten |
ISBN 978-3897056800
Autor: Britt Reißmann


Staatsanzeiger, Oktober 2009

“Bereits zum vierten Mal lässt die Autorin Britt Reißmann Thea Engel, Michael Messmer und ihre Kollegen vom Morddezernat der Stuttgarter Kripo ermitteln. In „Zimmer ohne Aussicht“ wird ein Zugbegleiter der Standseilbahn durch mehrere Messerstiche schwer verletzt. Er behauptet, seinen Angreifer nicht erkannt zu haben, doch sowohl die Ärzte als auch die Kripobeamten haben Zweifel an dieser Aussage. Doch der Mann stirbt, bevor sie mehr in Erfahrung bringen können. Die Ermittlungen ergeben, dass der Mann offensichtlich Angst hatte. In seiner Schublade am Arbeitsplatz finden sie eine Pistole, eine zweite entdecken sie in seiner Wohnung. Drei große Riegel an der Innenseite der Tür sollen darüber hinaus unliebsame Eindringlinge fern halten. Eine Anzeige mit handschriftlichen Anmerkungen führt Engel und Messmer schließlich ins Rotlichtmilieu und zu den Altrockern der Hells Angels. Gleichzeitig verschwindet noch eine ehemalige Prostituierte und die beiden stoßen plötzlich auf mögliche Zusammenhänge mit einem Bankraub vor 23 Jahren.
Auch in ihrem vierten Krimi gelingt es Reißmann wieder, verschiedene zunächst nebeneinander geführte Handlungsstränge gekonnt zusammenzuführen und zu einem komplexen Plot mit überraschendem Ausgang zu verarbeiten. Und als ob Engel und Messmer nicht schon genug mit einem Mord und einem Vermisstenfall zu tun hätten, müssen sie auch noch ihre Beziehung zueinander klären, was für zusätzliche Spannungen sorgt, ohne die Story jedoch zu überladen Wie auch bereits in früheren Krimis befasst sich die Autorin auch in „Zimmer ohne Aussicht“ wieder mit der Frage nach Schuld und Unschuld und sorgt damit für Tiefgang. Erneut zeigt sie, wie ganz normale Menschen in Situationen gelangen können, in denen sie plötzlich Taten begehen, die sie nie geplant hatte und von denen sie auch nie dachten, dass sie dazu jemals fähig sein könnten.
Mit “Zimmer ohne Aussicht” ist Reißmann erneut ein spannender Krimi mit intelligentem Plot gelungen, den man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Eine tolle Lektüre für lange Herbst- oder Winterabende. Bei dem auch humoristische Elemente, meist durch Dezernatskollegen oder die neugierige Putzfrau mit ihren oft unfreiwillig komischen Wortschöpfungen eingestreut, nicht zu kurz kommen.

Wie schon die Vorgängerromane besticht auch “Zimmer ohne Aussicht” durch eindringliche Schilderung, genaue Figurenzeichnung, authentische Polizeiarbeit und einen packenden Plot. “Zimmer ohne Aussicht” ist ein spannender Kriminalroman mit einer komplexen Handlung und überraschender Auflösung.”


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